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Donnerstag, 10. August 2006

Säuglingspflegekurs

Schönes Wort und genau so war es gestern Abend auch.
Mit einem Wort "Schön".
Kurzweilige 3 1/4 Stunden in kleiner Runde. Alle das gleiche Ziel... alles richtig machen.
Geht das? Alles richtig machen?

Nein und das ist auch gut so.

Vieles muss erst die Zeit bringen. Dazu gehört auch der Umgang mit dem Baby. Einmal mussten wir kurz eine Babypuppe (kalt, leblos aber in Originalgröße) wickeln, jedoch nicht um das anlegen der Windel zu üben, sondern vielmehr das richtige heben und halten. Stichworte: Dürers betende Hände und orthopädischer Haltegriff.

Wir haben einige Anregungen mitgenommen, wurden in vielen Sachen bestätigt, die wir (entgegen der anderen im Kurs) schon umgesetzt hatten und gingen voller Informationen wieder nach Hause.

Begriffe wie Pucken, Luren, Kratzhandschuhe, Tummy-Tub, Finkelsteinregel oder Desitinsalbe sind mir nicht mehr fremd (waren es aber zum Teil auch vorher schon nicht). Wobei ich anmerken muss, das mir die Desitinsalbe nicht ins Haus kommt.

Ich weiß worauf ich beim wickeln und baden achten muss, weiß, das ein Baby sich häutet, bin darauf vorbereitet, das kleine Mädchen (wenn es denn eins wird) durchaus aus der Scheide bluten können, das Pflanzenöl immer noch das Beste für das Kind ist. Nebenbei habe ich das erste Mal eine Milchpumpe in der Hand gehabt und werde die Temperatur der Fläschchen später brav an meinem Unterlid testen.

Ach ja, und ein kleiner Fön muss noch auf unsere Liste gesetzt werden, sowie waschbare Stillkissen, die einen perfekten kleinen Waschlappen abgeben.

Weitere Eindrücke gibt es bei meiner Süßen.




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Von Löchern und anderen Unwegbarkeiten

Das Thema Löcher scheint mich diese Woche nicht mehr loslassen zu wollen.
Kleiner Nachtrag zum gestrigen Tag.

Diesmal geht es nicht um die (noch immer nicht installierte) Klimaanlage, sondern um das Haus, in dem unser Büro untergebracht ist.
Als Sanierungsmaßnahme werden das Dach und die Außenwände neu isoliert.
Stichwort: Wärmedämmung

Klingt im ersten Moment nicht so spannend, wird es aber, wenn man von den Handwerkern des Grauens umgeben ist.

Die Anbringung der Isolation für die Außenwand stellte sich für die besagten Herren Handwerker als nicht so problematisch dar. Gerüst aufbauen, Asbestschutzkleidung anlegen, Warnschilder aufstellen, Bewohner im Haus und unmittelbare Nachbarn informieren, loslegen...
Das heißt, alter Verkleidung herunterreißen, Verlattung anbringen ... Ooups, Fehler!!
Beim anbringen der Verlattung wird fröhlich gebohrt. Schnell, laut und gern auch komplett durch die Mauern, so das wir in unserem Besprechungszimmer neuerdings Lüftungslöcher haben.
Von solchen Lapalien lassen sich die Jungs jedoch nicht verunsichern, die größere Herausforderung stand ja noch bevor, DAS DACH.

Auch kein Problem, ist ja schließlich ein Flachdach, somit gut so besteigen und übersichtlich. Leider konnten wir nicht sehen, was dort über unseren Köpfen von statten ging, dafür aber hören. Es rummste ein paar mal, laut, lauter und im Besprechnungszimmer bröckelte so langsam die Decke herunter.
Erst rieselte es leicht und staubig, dann fielen größere Stücke von der Decke.
Wie sich herausstellte, hantierte dort oben ein Dachdecker (Typ und Aussehen: "der kleine Klaus", von Klaus & Klaus, Leadsänger Torfrock) mit einer Axt und löste irgendwelche Verkleidungen vom Dach. Auf unseren Einwand hin, doch etwas sachter vorzugehen, verzog er sich wieder und wart nicht mehr gesehen (jedoch gehört). Es rieselte nun fast nur noch feinen Staub von der Decke.

Für uns schon ein Erfolg, wenn auch nur ein Etappensieg.

Im Laufe des weiteren Vormittags fing es erst leicht an zu regnen, um dann von einem Moment zum anderen einen Sturzbach vom Himmel zu schicken.
Dieser setzte sich in unserem Büro fort.
Erst unmerklich, dann immer deutlicher tropfte es aus einer Lampenhalterung im Flur.
Unser Bestreben galt nun erstmal der Elektronik, d.h. Computer herunterfahren, Gerätschaften ausschalten, Sicherungen rausnehmen, Dachdecker informieren.
Erneut schleppte er sich vom Dach herunter, um den Schaden bei uns unterm Dach zu begutachten. Da er diesmal keine Axt in der Hand hatte, war mein Auftreten etwas forscher und bestimmter. Gleichgültig nahm er meine Einwände zur Kenntnis, lächelte wissend und verschwand wieder.
Dieses Lächeln hatte ich vor Augen, als das Wasser als nächstes von der Decke in der Küche, der Decke im Herren-WC und der Decke im Damen-WC tropfte.
Mittlerweile glich unsere Etage einem Hindernissparcour mit seinen vielen Eimern, Schüsseln und Haushaltstüchern auf dem Boden.
Unser bisher ja genug in Leidenschaft gezogenes Besprechungszimmer blieb vom eindringenden Wasser verschont.... dachten wir.

Heute, nach der Besichtigung der jetzt großen braunen Flecken an der Decke der getränkten Räume, mussten wir feststellen, das auch das Dach über dem Besprechungszimmer undicht sein muss. Wasser ist offensichtlich in das Dämmmaterial der Zwischendecke gelaufen und diese gammeln jetzt wahrscheinlich fröhlich vor sich hin.
Wie wir darauf kommen, dass auch das Dach an dieser Stelle undicht sein muss?

Das hat uns heute Morgen die Kräuterfee verraten, die unser Besprechungszimmer in ein "Privat Winter Wonderland" verwandelt hat. Weiße und graue Flocken haben sich malerisch im ganzen Besprechungszimmer verteilt. Der Profi wird es ahnen, bei den Flocken handelt es sich um Zellulose-Dämmflocken, welche zwischen die Unterdeckung und die Bedachung gesprüht werden.

Im Moment ist es ruhig.
Keine Handwerker zu hören und zu sehen, nur die üblichen Bürogeräusche sind zu vernehmen. In dieser trügerischen Stille sitzen wir nun und sehen mit besorgten Blicken aus dem Fenster. Unser Blick richtet sich in die Ferne auf eine Gewitterfront, die langsam und beständig näher kommt.
Die Eimer und Töpfe stehen parat, vielleicht sollten wir noch schnell Schutzhelme im Baumarkt um die Ecke besorgen?

Hörst du es auch?
Hat es da nicht gerade wieder getropft.....



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